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Kostenfrage: Wird die H-Bahn endgültig auch samstags fahren?

EICHLINGHOFENDer dreimonatige Probebetrieb der H-Bahn an Samstagen hat aus Sicht der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) zu ernüchternden Ergebnissen geführt. Die SPD-Ratsfraktion will sich davon aber nicht beirren lassen: Jetzt soll es einen neuen Anlauf geben, die Kabinenbahn auch samstags in Fahrt zu bringen. Und zwar endgültig.

Wird die H-Bahn endgültig auch samstags fahren?
Die H-Bahn soll nach Meinung der Sozialdemokraten jetzt auch samstags fahren. Foto: Oliver Schaper

Das Thema sei noch nicht erledigt, hatte Norbert Schilff, seines Zeichens SPD-Fraktionschef und Aufsichtsrat von DSW21, bei der zurückliegenden Aufsichtsratssitzung angedeutet. DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung ahnte also, was bei seinem Besuch in der SPD-Fraktion am Montag auf ihn zukommen sollte: eine große, mehrstimmige Offensive für einen Regelbetrieb der H-Bahn an Samstagen. Jungs Hinweis, das sei mit Blick auf die Ergebnisse des Testbetriebs schwer zu rechtfertigen, ließen die Genossen nicht gelten.

Drei Monate Probelauf

Während des drei Monate lange Probelaufs vom 3. September bis 26. November waren die Fahrgastzahlen deutlich unter den von DSW21 formulierten Erwartungen geblieben: Statt der rund 200 kalkulierten Passagiere pro Stunde waren im Schnitt 34 Passagiere mit der H-Bahn gefahren. Die zusätzlichen Kosten wurden mit rund 40.000 Euro beziffert.

In der Verkehrsabteilung von DSW21 ging man davon aus, man könne die Akten zuklappen. Ein Irrtum, wie sich nun zeigt. Für die nächste Ratssitzung (1. Juni) will die SPD-Fraktion einen Antrag vorlegen, die Kabinenbahn künftig auch samstags von 9 bis 16 Uhr pendeln zu lassen. Und zwar nicht mehr als Test, sondern sofort im Regelbetrieb. 

Die Kosten

DSW21 und die H-Bahn-Gesellschaft sollen ein Konzept entwerfen und anschließend kräftig die Werbetrommel rühren. Und wer trägt die Kosten? Da sehen die Genossen den H-Bahn-Gesellschafter DSW21 in der Pflicht: Angesichts eines Gesamtdefizits von knapp 53 Millionen Euro im Verkehrsbereich seien die zusätzlichen Kosten von 40.000 Euro für die H-Bahn „relativ gering“, hieß es in der Fraktion. Zudem stünde ein solches Angebot einem „Studenten- und Wissenschaftsstandort“ wie Dortmund gut zu Gesicht.

Gleichzeitig kursierten aber auch schon Ideen, wie die Kosten erwirtschaftet werden könnten: DSW21 soll prüfen, ob der H-Bahn-Leitstand von der Uni in den DSW21-Leitstand am Stadtgarten integriert werden kann – und ob der Geschäftsführerposten von H-Bahn-Chef Rolf Schupp nach dessen Wechsel in den Ruhestand 2018 tatsächlich neu besetzt werden müsse. 

Die Linken im Rat kündigen zur Sitzung am 1. Juni ebenfalls einen Antrag für den Samstagsbetrieb an. Die rund 1,5 Kilometer lange Strecke, um die es geht, verläuft von Eichlinghofen bis zum Haltepunkt Universität. Während des Testlaufs fuhr die H-Bahn im 15-Minuten-Rhythmus. Unter dem Strich hat die H-Bahngesellschaft 2016 rund 260.000 Euro Defizit eingefahren.

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Kommentare
  • Das Geld der Anderen...
    von vanbonn am 23.05.2017 19:09 Uhr

    40.000€ Euro für null Bedarf, weil es Dortmund gut zu Gesicht steht?
    Wenn man schon 260T€ jedes Jahr Defizit macht, kann man das ja ruhig noch mal um 40T€ steigern. Ist der Ruf erst ruiniert....
    Merken die Herrschaften noch was?

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