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Unfall in Eichlinghofen: Radfahrer und Fußgänger streiten vor Gericht

EICHLINGHOFENEs dauerte nur einen kurzen Moment und Triathlet Simon Hoyden kollidierte mit einem Fußgänger an der Persebecker Straße. Beide verletzen sich. Sein Rennrad: „Vermutlich ein Totalschaden“, sagt Hoyden. Auf den Kosten sitze er bis heute. Denn der Unfallgegner zeige keine Einsicht. Jetzt geht das Ganze vor Gericht.

Radfahrer und Fußgänger streiten vor Gericht
Triathlet Simon Hoyden war im Oktober in einen Unfall mit einem Fußgänger verwickelt. Auf eine Entschädigung für sein kaputtes Rennrad wartet er bis heute. Und trainiert nun mit einem Ersatzrad. Foto: Eva-Maria Spiller

Es ist der 16. Oktober 2016. Kurz vor 12 Uhr mittags ist Simon Hoyden auf seinem Rennrad auf der Persebecker Straße unterwegs in Richtung Süden. „Knapp 24 km/h“ sei der Jura-Student nach eigenen Angaben schnell, als ein älterer Mann in Höhe der Hausnummer 77a plötzlich hinter einem blauen Bulli auf die Straße tritt, schildert Hoyden. Die Gegenseite spricht von etwa 30 km/h.

Trotz Ausweichmanöver erfasst Hoyden den Mann mit der rechten Schulter. Beide stürzen zu Boden. Hoyden erleidet Schürf- und Fleischwunden, prellt sich laut Anwalt das Schultergelenk. Der ältere Mann wird einige Tage im Krankenhaus behandelt. Für die Krankenhauskosten des Mannes sei seine Haftpflichtversicherung aufgekommen, sagt Hoyden.

Streitwert: 10.849,98 Euro

Jetzt, acht Monate später, sind Simon Hoyden und der ältere Mann die zwei Parteien eines Zivilverfahrens vor dem Landgericht Dortmund, nachdem Hoyden Zivilklage eingereicht hatte. Denn: Für den Schaden an seinem angefertigten Spezialrad wolle der Unfallgegner laut Hoyden nicht aufkommen. Der Streitwert: rund 10.800 Euro. Etwa 7900 teuer sei der Schaden laut Hoyden am Fahrrad.

„Der Mann behauptet, er hat mich auf 250 Meter nicht gesehen“, zitiert Hoyden. „Demnach müsste ich 250 km/h gefahren sein.“ Dass der Mann vor dem Betreten der Straße auf den Straßenverkehr geachtet habe, glaubt Hoyden nicht.

Interessenkonflikt?

Der Anwalt des Mannes, Rechtsanwalt Michael Twardon, wiederum teilt auf Anfrage mit: „Bevor er die Persebecker Straße überquerte, vergewisserte er sich, dass kein Verkehr nahte.“ Und sieht die Verantwortung für den Unfall auf Simon Hoydens Seite: „Der Radfahrer hat ihn offensichtlich mit hoher Geschwindigkeit angefahren“, heißt es in dem anwaltlichen Briefwechsel.

Simon Hoyden ärgert sich währenddessen noch über einen ganz anderen Umstand: dass Michael Twardon der 2. Vorsitzende des Kreisverbandes Dortmund/Hagen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) ist. „Diese Doppelfunktion ist nicht in Ordnung“, sagt Hoyden und sieht einen Interessenskonflikt.

Rechtsanwalt Michael Twardon hingegen sagt: „Was diese Funktion mit meiner anwaltlichen Tätigkeit zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Der Gedanke, auf meiner Seite könne ein Interessenskonflikt vorliegen, ist lächerlich. Schließlich vertrete ich in Familiensachen auch Ehefrauen, obwohl ich nachgewiesenermaßen männlichen Geschlechts bin.“

Am 28. Juni findet nun die erste Anhörung vor dem Landgericht statt.

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