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Alte Benninghofer Straße: Hörder Wache wird Wohngebiet

HÖRDEEs gibt neue Pläne für die ehemalige Polizeiwache an der Alten Benninghofer Straße. Das Grundstück steht zum Verkauf für Wohnungsbau-Investoren. Voraussetzung für mögliche Käufer: 40 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert, also günstig in der Miete und für finanziell schwächer Gestellte zugänglich.

Hörder Wache wird Wohngebiet
Das Gebäude an der Alten Benninghofer Straße 18 steht seit knapp fünf Monaten leer. Foto: Rüdiger Barz

Eigentümer der Immobilie ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), ein Unternehmen des Landes NRW. „Wir bereiten gerade ein Verkaufsangebot vor“, sagt BLB-Sprecher Tim Irion. Nun beginne ein Bieterverfahren, das allen offen steht, ob privaten Unternehmen oder städtischen Wohnungsgesellschaften.

Ein Interessenbekundungsverfahren hatte in den vergangenen Monaten die Wohnungsbaupläne in den Vordergrund gerückt. 2014, als die Polizeiwache Hörde von hier an den Phoenix-See umzog, war dies noch anders bewertet worden. Seitdem hat sich aber gerade auf dem Wohnungsmarkt viel geändert. „Als Land NRW versuchen wir, den Wohnungsbau in den Städten zu fördern“, sagt Tim Irion. Mit der Quote für öffentlich geförderten Wohnungsbau wird ebenfalls eine Forderung erfüllt, die von vielen Seiten zu hören ist. Allerdings besteht, das sei der Vollständigkeit halber gesagt, wie bei allen Bieterverfahren die Gefahr, dass sich kein Käufer findet.

Fest steht: Findet sich ein Investor, würde sich das Stadtbild an der Alten Benninghofer Straße vermutlich wandeln. Denn die ehemaligen Behördenräume eignen sich maximal übergangsweise zum Wohnen. Nach dem Auszug der Polizei füllten sogenannte „Hauswächter“ die Räume mit Leben – junge Menschen lebten als Zwischennutzer gegen geringe Miete in den Polizeiwachen-Fluren.

Geflüchtete im "Phoenix-Haus"

Im Juni 2015 war das Gebäude das erste im Stadtbezirk Hörde, das als Unterkunft für Geflüchtete genutzt wurde. Bis zu 120 Personen lebten zeitweise im „Phoenix-Haus“, ein Kreis von bis zu 100 Ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern der Diakonie organisierten den Betrieb. Seit 31. März 2017 wird der Platz nicht mehr benötigt, das Gebäude steht seitdem wieder leer.

Das Haus mit der markanten Backsteinfassade hat eine lange Geschichte – mit schlimmen Momenten. In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich hier das Gefängnis der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Von hier aus wurden unter anderem die Massenhinrichtungen im März und April 1945 organisiert, die mehr als 300 Menschen das Leben kosteten. An die Vergangenheit in den Kellern des Gebäudes erinnert eine Gedenktafel.

Die SPD Hörde-Süd gedenkt der Opfer jährlich mit einem Kranz und Blumen. In den vergangenen vier Jahren sind viele Hörder aufgetreten, die das historische Erbe dieses Ortes erhalten wollen und eine behutsame Neuplanung fordern. Die Bezirksvertretung Hörde hatte sich bereits im Mai 2016 dafür ausgesprochen, die Gedenktafel auf jeden Fall zu erhalten. 

Öffentlich geförderter Wohnungsbau
Beim öffentlich geförderten Wohnungsbau können Investoren zinsgünstige Baudarlehen des Landes NRW beantragen. Ziel der Förderung ist laut der Stadt Dortmund "vorrangig, einkommensschwächeren Haushalten ein qualitativ gutes Wohnungsangebot zu einem niedrigen Mietzins zur Verfügung zu stellen".
In Hörde sind zuletzt nahe des Phoenix-Sees 30 öffentlich geförderte Mietwohnungen und 14 Mietfamilienhäuser entstanden. 30 weitere Wohnungen sind in Planung.

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