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Eine Woche nach Attacke: Polizei stellte Anschlag auf BVB-Bus nach

HÖCHSTENGenau eine Woche nach dem Sprengstoffanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus intensivierte das Bundeskriminalamt wieder die Ermittlungen am Tatort: Am Dienstagabend wurde der Anschlag in der Auffahrt des Mannschaftshotels L'Arrivee rekonstruiert. Doch ganz nach Plan lief es nicht.

Polizei stellte Anschlag auf BVB-Bus nach
Bundeskriminalamt und Polizei rekonstruierten den Anschlag auf den BVB-Bus genau eine Woche nach der Tat. Foto: dpa

Zur Rekonstruktion des Anschlags auf dem BVB-Mannschaftsbus wollten Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt den BVB-Bus am Dienstag, genau eine Woche nach der Tat, zurück zum Tatort bringen - damit dieser die Strecke im selben Abendlicht Meter für Meter abfahren konnte. Die Rekonstruktion der Tat sollte derselben Dramaturgie folgen wie der Anschlag selbst.

Die drei explodierten Sprengsätze waren in der vergangen Woche um 19.16 Uhr explodiert, als der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vom Hotel in Höchsten Kurs auf das Stadion nahm, zum Spiel gegen AS Monaco. Doch ganz nach Plan lief es für die Ermittler nicht. Weil der Mannschaftsbus eine Panne hatte, musste ein Ersatzbus ran. Die Wittbräucker Straße war dafür von 19.35 Uhr bis 20.20 Uhr gesperrt.

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Für die Rekonstruktion hatten die Ermittler eine Hundertschaft zum Tatort gebracht. Hubschrauber kreisten über dem Gelände und machten Aufnahmen. Stunden zuvor suchten Polizeibeamte das Areal bereits nach Spuren ab. Kriminaltechniker durchsuchten mit einem Industriestaubsauger fein säuberlich die Stelle, wo die drei Explosionen gezündet worden sein müssen und saugten Erde und Substanzen ein, die dann in Plastiktüten und anschließend in einem Koffer verschwanden. Die gesicherten Spuren müssen nun mikroskopisch untersucht werden. Bereits am Vormittag durchkämmte Bereitschaftspolizei das Waldgebiet und Felder im Umfeld des Tatorts.

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Ermittler sichern Spuren am BVB-Mannschaftshotel

"Dazu möchte ich nichts sagen"

Unklar ist nach wie vor, wer der oder die Täter sind, die den Anschlag verübten. Der Generalbundesanwalt „ermittelt in alle Richtungen“, verfolgt also nicht mehr allein den einen Tag nach der Tat auf einer Pressekonferenz ausgesprochenen Terrorverdacht mit islamistischem Hintergrund. Früh hatten Ermittler eine linksextremistisch motivierte Tat ausgeschlossen. Medien spekulierten in den vergangenen Tagen über weitere Hintergründe: Die Täter könnten auch Mitglieder der „Wettmafia“ sein oder aus der rechtsextremen Szene stammen. Als Quelle dienten stets „Sicherheitskreise“.

„Medienberichte kommentieren wir grundsätzlich nicht“, sagte dazu ein Sprecher des Generalbundesanwalts. Aus ermittlungstaktischen Gründen veröffentliche man die gesicherten Erkenntnisse nicht. Kann von dem anfänglichen Terrorverdacht überhaupt noch eine Rede sein? Der BKA-Sprecher zögert: „Dazu möchte ich nichts sagen.“ Der BVB war am Dienstag nach Monaco gereist, wo am Mittwoch das Rückspiel der Champions League Partie stattfinden wird. Es ist bereits das dritte Spiel des BVB nach dem Anschlag.

mit Material von dpa

 

 

 

 

 

 

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