Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Reichshofstraße: Wie auf Überresten aus der Steinzeit etwas Neues entsteht

BRACKELDer Rohbau des ersten Wohngebäudes ist fast fertig, der Baubeginn des zweiten Hauses steht kurz bevor: An der Reichshofstraße lässt der Spar- und Bauverein zwei Wohnhäuser errichten. Früher stand hier ein altes Längsdeelenhaus.

Wie auf Überresten aus der Steinzeit etwas Neues entsteht
An der Brackeler Reichshofstraße entstehen zwei Neubauten. Foto: Oliver Schaper

Seit Herbst vergangenen Jahres entstehen 21 neue Wohnungen. Es handelt sich um zwei Gebäude mit je zwei Vollgeschossen und ausgebauten Dachgeschossen. Rund zwei Drittel der Wohnungen sind barrierearm geplant. Das erste Gebäude soll gegen Jahresende fertig sein, das Hauptgebäude ein halbes Jahr später.

Funde aus der Bronzezeit

Das alte Gebäude an dieser Stelle hieß Hellmannshof, wurde aber auch Hof Rusche genannt. „Bauer Rusche war der Besitzer des um 1900 entstandenen Hauses“, erklärte Dr. Henriette Brink-Kloke von der Denkmalbehörde der Stadt. Das Haus stand zwar unter Denkmalschutz, verfiel aber durch Leerstand immer mehr. Schließlich hätten für eine Instandsetzung alle Originalteile ausgetauscht werden müssen, wodurch der Denkmalschutz erlosch.

Als das Längsdeelenhaus Ende 2015 abgerissen wurde, wurden bedeutsame Relikte aus der Bronzezeit gefunden. Erwartet wurden beim Abbruch des Hofes eigentlich Spuren des mittelalterlichen Reichshofs Brackel. Stattdessen kamen unterhalb der Kellersohle Überreste von Hölzern und röhrenartige Einbauten, vermutlich von einer Wasserstelle, zum Vorschein. Auf die Bronzezeit lassen einzelne grobe Gefäßscherben schließen, die typisch für die Zeit von 1200 bis 800 v. Chr. sind.

Die Tränke dürfte mindestens 3000 Jahre alt sein, stammt also aus der Steinzeit. Die Funde befinden sich bei der Denkmalbehörde. „Sie werden aufgezeichnet. Später werden sie auch ausgestellt“, sagt Dr. Henriette Brink-Kloke. „Eine solche Hofstelle wurde hier zum ersten Mal entdeckt.“

Satteldach reinigt Luft

Die Neubauten sollen nachhaltigen Gesichtspunkten genügen. Eine Kombination aus Wärmepumpen mit Geothermie und Solaranlage wird eingesetzt. Erwartet werden geringe Wärmekosten und ein niedriger Energieverbrauch. Davon sollen laut Spar- und Bauverein vor allem die Bewohner profitieren, wodurch sich die höheren Investitionen lohnen sollen.

Das geplante Satteldach soll zwei Funktionen erfüllen. Zum einen fügt sich der Bau dadurch besser in die bauliche Umgebung ein. Zum anderen spielt auch Umweltschutz eine Rolle. Das Unternehmen setzt innovative Dachsteine ein, die Schadstoffe neutralisieren und so die Luft reinigen. Dies soll durch eine besondere Oberfläche möglich sein, die Titanoxid enthält, das als Katalysator vor allem Stickoxide in unschädliche Stoffe umwandelt.

Insgesamt 6,5 Millionen Euro investiert der Spar- und Bauverein in den Bau. Die Wohnungsgrößen reichen von 60 m² bis 110 m². Ein Keller sowie Loggia oder Terrasse mit Gartenanteil gehören zum Standard. Eine Tiergarage wird auch vorhanden sein. Die archäologischen Funde wurden zum Denkmal des Monats November 2015 erklärt.
Der Neubau in der Reichshofstraße wird auch im Internet vorgestellt.

Zur Startseite >

Orte

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Prozessauftakt in Bochum: Mutmaßlicher Uni-Vergewaltiger schweigt vor Gericht

Mutmaßlicher Uni-Vergewaltiger schweigt vor Gericht

BOCHUMNach der Vergewaltigung von zwei chinesischen Studentinnen in Bochum hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Der 32-Jährige soll im vergangenen August und November in der Nähe der Ruhr-Universität über die beiden 22 und 28 Jahre alten Frauen hergefallen sein. Beim Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht äußerte sich der angeklagte Asylbewerber aus dem Irak nicht zu den Vorwürfen.

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG