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Rahmer Straße: Großer Discounter wird in Rahm gebaut

RAHMVor allem für die älteren Bewohner im Jungferntal sind das gute Nachrichten: An der Rahmer Straße 312-316 soll ein moderner Lebensmittelmarkt entstehen. Bis es allerdings soweit ist, werden noch mindestens zweieinhalb Jahre vergehen.

Großer Discounter wird in Rahm gebaut
Schon lange haben die Huckarder Bezirksvertreter die Modernisierung des Einzelhandelsstandorts an der Rahmer Straße 312 im Visier. Nun steht fest, dass ein neuer Lebensmittelmarkt gebaut wird. Foto: Beate Dönnewald

Ob die Anwohner dann wie bisher in einem Netto einkaufen werden, wollten die Verantwortlichen am Donnerstag nicht bestätigen. Nur so viel: Es werde für einen Discounter geplant.

Gleich in zwei politischen Gremien stand die so genannte Bauleitplanung für den Einzelhandelsstandort Rahmer Straße (Bebauungsplan Hu153 VEP) am Mittwoch auf der Tagesordnung. Die Bezirksvertretung (BV) Huckarde gab für die Errichtung eines neuen Lebensmittelmarktes einstimmig eine Empfehlung ab, der parallel tagende Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen fasste mehrheitlich den nötigen Beschluss. „Wir haben ihn noch um barrierefreie Toiletten erweitert. Die sollen fortan für alle neuen Lebensmittelgeschäfte gelten“, berichtete Ausschuss-Vorsitzende Ingrid Reuter.

Schallschutz für die Nachbarn

Laut Vorlage ist ein Lebensmittelmarkt mit einer Nutzfläche von rund 1700 Quadratmetern (qm) geplant. 1400 qm davon sollen Verkaufsfläche werden, die weiteren 300 qm als Lager und Sozialräume dienen. Vorgesehen sind 50 Stellplätze, davon vier Behinderten-, fünf Mutter-Kind- und sechs Mitarbeiter-Parkplätze.

Die Anlieferung des Marktes soll an der östlichen Seite des geplanten Gebäudes erfolgen. Zum Schallschutz der Nachbarn erhalte dieser Bereich eine so genannte Einhausung, heißt es in der Vorlage. Die Pläne sehen zudem ein leicht geneigtes Satteldach mit Photovoltaikanlage und Dachbegrünung vor.

Jetziges Gebäude ist nicht mehr zeitgemäß

Zurzeit befinden sich an dem Standort ein Netto mit einer Verkaufsfläche von rund 600 qm und leer stehende Ladenlokale. Die vorhandene Gebäudestruktur entspreche nicht mehr den aktuellen Anforderungen an eine zeitgemäße Handelsimmobilie. „Aus diesem Grund soll hier ein neues Gebäude errichtet werden, um auch weiterhin die Nahversorgung für das benachbarte Jungferntal zu gewährleisten“, lautet die Begründung in der Vorlage.

Die Huckarder Bezirksvertreter reagierten positiv auf die Pläne. „Wir sind sehr erleichtert, dass wir hier einen attraktiven Einzelhandelsstandort bekommen werden“, sagte Stefan Keller (SPD). Schon lange habe die Politik hinter den Kulissen das Vorhaben vorangetrieben und viel Arbeit hineingesteckt. „Für das Jungferntal ist das eine wichtige Entscheidung“, meinte Thomas Bernstein (CDU). Den fehlenden Einkaufsmöglichkeiten gerade im nördlichen Teils des Jungferntals, die in der aktuellen Quartiersanalyse bemängelt worden seien, würde so Rechnung getragen.

Nur 50 statt wie bisher 83 Parkplätze

Dass künftig nur 50 statt wie bisher 83 Parkplätze zur Verfügung stehen werden, sieht Bernstein kritisch. Die BV ergänzte die Vorlage um eine öffentliche Toilettenanlage. Die Frage aller Fragen, welcher Lebensmittelanbieter einziehen wird, beantwortete Vorhabenträger Wolfgang Erbach aus Welver am Donnerstag so: „Wir wissen es noch nicht.“ Baubeginn werde in circa zwei Jahren sein, schätzt Ebach. Innerhalb von sechs Monaten könnte der neue Markt erfahrungsgemäß fertig sein.

Die Anwohner-Reaktionen fielen am Donnerstag unterschiedlich aus. Für die älteren Bewohner aus dem Jungferntal seien das gute Nachrichten, meinte Patrick Gess. Er persönlich würde es aber bedauern, wenn der Netto verschwindet. Auch Norbert Mittag hält den jetzigen Discounter für ausreichend. „Was ich dort nicht bekomme, hole ich im Rewe in Kirchlinde.“ Ranja A. sagte: „Ich habe ein Auto und bin daher mobil. Aber für ältere Menschen ist ein größerer Lebensmittelmarkt wichtig.“

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