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Kampfmittelräumdienst rückte an: Olfener fand Granate: Wie reagiert man richtig?

OLFENEinen gefährlichen Fund hat ein Olfener am Montag gemacht: Bei der Gartenarbeit entdeckte er eine Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Wie muss der Kampfmittelräumdienst in Westfalen eigentlich ausrücken? Und wie verhält man sich in so einem Fall richtig? Diese Tipps gibt die Stadt Olfen.

Olfener fand Granate: Wie reagiert man richtig?
Auf dem Bild zu sehen ist eine amerikanische Mörsergranate. Aber auch Bomben und Munition werden immer wieder als Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs gefunden. Der Kampfmittelräumdienst rückt an und beseitigt sie. Symbolbild: Arno Burg/dpa

Das Ende des Zweiten Weltkriegs ist nun bereits über 70 Jahre her, dennoch werden immer wieder Spuren des Krieges gefunden. Vor gut einer Woche wurden für eine Bombenentschärfung große Teile Frankfurts evakuiert, erst am Montag ist in Olfen eine Mörsergranate gefunden worden – wesentlich kleiner natürlich als die Weltkriegsbombe, aber nicht minder gefährlich für den Finder.

Es war ein merkwürdiger Gegenstand. Rund und verrostet. Vergraben unter der Erde. Bei Gartenarbeiten hat ein Olfener diesen Gegenstand am Montag auf seinem Grundstück an der Eversumer Straße gefunden, schreibt die Kreispolizeibehörde Coesfeld in einer Pressemitteilung. Weil ihn der Fund an eine Handgranate erinnert habe, meldete er sich beim Ordnungsamt der Stadt und der Polizei.

Kampfmittelräumdienst verschrottete Mörsergranate

Experten des Kampfmittelräumdienstes rückten an und stellten schließlich fest, dass es sich bei dem Gegenstand um eine Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg handelte und nahmen sie zur Verschrottung mit. Während des Einsatzes sei es zu einer Absperrung des Grundstückes gekommen, Gefahr für die Bevölkerung habe aber zu keiner Zeit bestanden.

Der Finder habe vorbildlich gehandelt, hieß es am Dienstag aus der Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Redaktion. Diese Einschätzung teilt auch Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung in Arnsberg. „Finger weg!“, müsse in solchen Fällen der Ratschlag lauten, so Söbbeler.

Egal, ob während des Spaziergangs im Wald, der Arbeit im heimischen Garten oder dem Ausschachten auf dem eigenen Grundstück, überall könnten Gefahrenherde aus dem Zweiten Weltkrieg lauern. Polizei, Feuerwehr und oder Ordnungsamt verständigen, sei der richtige Schritt. „Die organisieren dann alles weitere“, so Christoph Söbbeler.

Fast täglich gibt es Kampfmittel-Funde

Wie häufig sind denn solche Funde überhaupt? Nicht so selten, wie man vielleicht denken mag. Ganz im Gegenteil. „So etwas kommt fast täglich vor“, erklärt Christoph Söbbeler. Die Bezirksregierung in Arnsberg ist zuständig für den Kampfmittelräumdienst im Bereich Westfalen/Lippe (Bezirke Arnsberg, Detmold, Münster), der restliche Teil Nordrhein-Westfalens (Bezirke Düsseldorf, Köln) wird aus Düsseldorf koordiniert.

Genaue Zahlen zu Kampfmittel-Funden in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht das Innenministerium auf seiner Internetseite, zuletzt ein Bericht mit Funden aus dem Jahr 2015. Diesem ist zu entnehmen, dass 2015 in ganz NRW unter anderem 1098 Bomben aller Arten, 5217 Granaten und 814 Handgranaten gefunden wurden.

Wie verhält man sich, wenn man verdächtigen Gegenstand findet?

Wer auf einen verdächtigen Gegenstand stößt, solle lieber einmal mehr bei Feuerwehr, Polizei oder Ordnungsamt anrufen, als zu wenig, lautet der Hinweis aus dem Olfener Rathaus. Zu folgender Abfolge rät die Stadt Olfen bei einem Fund:

  • Kampfmittel nicht bewegen oder berühren.
  • Wurden Kampfmittel mit der Hand aufgenommen, vorsichtig ablegen. Nie werfen!
  • Wurde das Kampfmittel durch eine Baumaschine erfasst oder auf ein Fahrzeug verladen, Kampfmittel in der Lage belassen, Maschine abstellen und sichern.
  • Fundort markieren.
  • (Weitere) Erschütterungen vermeiden, Arbeiten am Fundort einstellen.
  • Fundort räumen.
  • Unbefugte vom Fundort fernhalten und warnen.
  • Das örtliche Ordnungsamt, die Feuerwehr oder die Polizei benachrichtigen.
  • Auf die Einsatzkräfte warten.
Das sind Kampfmittel
Als Kampfmittel führt das Innenministerium Bomben aller Arten, Granaten, Minen, Handgranaten u.ä., Sprengmittel u.ä., Infanteriemunition und Munitionsteile.
Alter und Korrosionswirkungen können die Gefährlichkeit von Fundmunition noch erhöhen.
Die Beseitigung von Kampfmitteln ist auch lange nach Ende des 2. Weltkriegs eine wichtige Aufgabe der Ordnungsbehörden, Kampfmittel werden oft im Zuge von Bauvorhaben entdeckt.

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