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Glasfasernetz in Ascheberg: Unitymedia startet Breitband-Ausbau noch im März

HERBERN/ASCHEBERGAuf mehreren Infoabenden in Herbern hat die Firma Unitymedia Einzelheiten ihres Projektes „Glasfaserausbau in Ascheberg und Nordkirchen“ vorgestellt. Die wichtigsten Antworten zum Thema: Wo und wann wird gebaut? Was kostet ein Anschluss? Wird eine bestimmte Anzahl von Verträgen benötigt?

Unitymedia startet Breitband-Ausbau noch im März
Wird es endlich klappen? Unitymedia will schnelles Internet nach Ascheberg bringen. Foto: dpa

Der Informationsabend zum Glasfaserausbau in der Schulaula an der Herberner Altenhammstraße war am Donnerstagabend dreigeteilt: Erst die aktuellen Infos durch Unitymedia, danach eine Fragerunde und schließlich rechtliche Informationen durch einen Rechtsanwalt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

Was hat Unitymedia vor?

Die Kölner Kabelfernseh-Spezialisten wollen ein Glasfasernetz bis zum jeweiligen Haus legen. Für Private sind damit Netzgeschwindigkeiten mit 400 M/bits möglich, für Gewerbetreibende auch mehr.

 

Wo und wann bauen sie das Netz?

Flächendeckend in Herbern im gesamten Dorfkern inklusive Gewerbegebiet. Wie weit man in Richtung Bauernschaften geht, „sprechen wir mit der dort tätigen Münet ab“, sagt Unitymedia-Projektleiter Björn Matthiesen. Der Startschuss erfolgt wohl noch in diesem Monat in Davensberg, Herbern sei spätestens ab September an der Reihe. Die Bauzeit dürfte jeweils rund zehn Monate betragen.

 

Braucht das Unternehmen eine feste Zahl von Verträgen, um zu investieren?

Nein, sagt Matthiesen, „wir bauen auf jeden Fall“. Laut Manager Reinhard Winter investiert seine Firma rund 12 Millionen Euro in den Ausbau in Ascheberg und Nordkirchen.

 

Was kostet der Anschluss?

Das hängt von dem Zeitraum des Vertragsabschlusses und den gewählten Leistungen ab. Bis 30. April müssen die Kunden rund 280 für den Anschluss zahlen, danach rund 480 Euro. Das günstigste Leistungspaket fängt bei 29,99 Euro/Monat an.

 

Wenn auch die Deutsche Glasfaser baut, kann man nicht ein Kabel oder zumindest eine Baustelle nutzen?

Wohl nicht. „Es kann gut sein, dass dann der Bürgersteig zwei Mal aufgerissen werden muss“, sagte Helmut Sunderhaus von der Gemeinde. Zumal Unitymedia die Rohre 60 Zentimeter tief verlegen will, die Deutsche Glasfaser nur 30 Zentimeter.

 

Gibt es gravierende Unterschiede der beiden Netze?

Einen. Die Deutsche Glasfaser will ihr Netz mit dem sogenannten Open-Access-System (offener Netzzugang) bauen. Bedeutet, dass auch andere Anbieter das Glasfaserkabel nutzen könnten. Unitymedia verlegt die Kabel ausschließlich für sich selbst.

 

Was ist mit den rund 1200 Helinet-Verträgen aus der BBV-Zeit? Sind sie ungültig, da die BBV ja ausgestiegen ist? Kann man einfach zu Unitymedia wechseln?

Grundsätzlich sind die Verträge deswegen nicht ungültig, sagte Rechtsanwalt Martin Burg von Oertzel. Erst wenn in der vereinbarten Vertragszeit (meist 20 Monate) die zugesagte Leistung, also der Anschluss, nicht zustande käme.

Was passiert, wenn ich vorher aus dem Vertrag aussteigen möchte?

Juristisch ist das nicht ohne Weiteres möglich. Allerdings wies Helinet-Sprecherin Ute Obering auf dem Infoabend am Donnerstag auf ein Schlupfloch hin. Sie kündigte an, „dass wir Sie nicht verklagen werden, wenn Sie uns den Zugang zu ihrem Grundstück nicht gewähren.“ Den braucht Helinet nämlich, um das Glasfaserkabel bis an Haus legen zu können.
Doch Helinet steckt selbst im Dilemma, weil die Firma nicht weiß, ob und wann ihre neuer Partner Deutsche Glasfaser in Herbern baut.


Rückblick: So stürzte der Netzausbau ins Chaos 

Es fing vor knapp zwei Jahren mit einem einzigen Unternehmen an, das in der Gemeinde schnelles Internet anbieten wollte. Aktuell sind es fünf Akteure, die sich auf diesem Felde tummeln. Das kann man schon mal den Überblick verlieren.

Im Mai 2015 bekundete die Firma BBV Münsterland ihr Interesse am Bau eines Glasfasernetzes in Ascheberg und Nordkirchen. Wenig später begann die Akquise von Verträgen.

Im Juni 2015 präsentierte die BBV die Hammer Firma Helinet als Partner, um schneller das Ziel von 1500 Verträgen zu erreichen. Erst ab dieser Zahl rechne sich der millionenschwere Aufwand für die Verkabelung. Nach großen werblichen Anstrengungen war die Vertragszahl im September 2015 erreicht.

Der Spatenstich für den Ausbau in Ascheberg erfolgte am 8. Dezember 2015. Im März 2016, so die BBV, sollten die ersten Haushalte angeschlossen sein. Doch der Ausbau kommt nicht recht voran. Parallel laufen Bemühungen der Bauerschaften, dort mittels eines Eigenhilfe-Modells schnelles Internet zu bekommen. Das klappt schließlich mit der Firma Münet.

Im August 2016 informiert die BBV Münsterland über Finanzierungsprobleme für ihren Glasfaserausbau. Ende Oktober schließlich das Aus: Die BBV steigt aus.

Verschiedene Entwicklungen folgten 

1. Die Münet ist mit ihrem Do-it-yourself-Projekt in verschiedenen Bauerschaften aktiv.
2. Die Telekom will ihre Kunden mit einer Art „Glasfaser light“ versorgen, muss dazu auch in Grenzen bauen.
3. Der Kabelfernseh-Spezialist Unitymedia hat von der Gemeinde die Genehmigung zum Bau eines Glasfasernetzes in ganz Ascheberg inklusive der Industriegebiete erhalten.
4. Die Helinet, die damals in der Partnerschaft mit der BBV Münsterland rund 1200 Verträge in Ascheberg geschlossen hat, möchte mit dem neuen Partner Deutsche Glasfaser die Verträge erfüllen.
5. Die Deutsche Glasfaser will neben Unitymedia ein zweites Netz in Ascheberg legen, will zunächst aber nur in Davensberg starten.

Der Ausblick: Die Unitymedia will auf jeden Fall bauen. Wie genau das Vorhaben der Deutschen Glasfaser aussieht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.

 


 

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