Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Erstes Projekt in NRW: Stadt Lünen: Kein Geld für geplanten Hundewald

LÜNENIn Brambauer den ersten Hundewald in Nordrhein-Westfalen einzurichten - diese Idee ist gut, darin sind sich zahlreiche Hundebesitzer und Politiker einig. Auch die Lüner Verwaltungsspitze findet die Idee gut, will aber wegen der leeren Stadtkasse nicht für die Kosten aufkommen. Nun sind Ehrenamtliche gefragt.

Stadt Lünen: Kein Geld für geplanten Hundewald
Im Harz gibt es bereits einen Hundewald. Nach diesem Vorbild soll auch in Lünen ein Areal aufbereitet werden. Allerdings möchte die Stadt nicht dafür bezahlen. Foto: Frank May / dpa

In einer Stellungnahme des Verwaltungsvorstands von Freitag heißt es: „Der Vorstand der Stadtverwaltung Lünen hat das Interesse an einem Hundewald in Lünen aufgenommen und wird die Möglichkeiten der Machbarkeit gemeinsam mit den Fachbehörden (z.B. der Forstbehörde) prüfen. Dabei ist festzuhalten, dass die Stadt Lünen für eine etwaige Umsetzung keine Kosten übernehmen kann.“

Zu dieser Stellungnahme meint CDU-Ratsherr Paul Jahnke, der die Hundewald-Idee zusammen mit anderen Lünern aufgebracht hatte: „Ich bin verwundert, dass noch bevor unser Antrag in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 19. September diskutiert wird, der Verwaltungsvorstand Stellung nimmt.“

"Kosten halten sich in einem kleinen Rahmen"

Die Entscheidung über einen Hundewald werde schließlich nicht von der Verwaltung sondern von den politischen Gremien der Stadt getroffen, sagt Jahnke. Und weiter: „Wir wollen einen Prüfauftrag für die Verwaltung. Und man muss überlegen, dass wir ja nicht von Unsummen sprechen. Die Kosten, auch für die Umzäunung, halten sich in einem kleinen Rahmen, wie wir auch in Vorgesprächen mit der Abteilung Stadtgrün erfahren haben.“

 
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
 

Das bestätigt auch Alexander Halbe, Initiator des Hundewaldes: „Wir hatten mehrere Gespräche mit Stadtgrün, die alle sehr positiv verlaufen sind. Und wundern uns nun über die Reaktion des Verwaltungsvorstands.“ Am 14. August treffe man sich, um erste Regeln aufzustellen.

Engagierte Lüner wollen Förderverein gründen

Auch die Gemeinschaft Brambauer Vereine unterstütze das Vorhaben. Am 30. August wird der Förderverein für das Hundewald-Projekt gegründet. Interessenten sind um 19.30 Uhr am Bauhof des Brambauer Freibads willkommen. „Es haben sich schon zwölf Leute für die geplanten zehn Vorstandsämter gemeldet“, freut sich Jahnke.

Nach dem Vorbild des Trägervereins des Freibads soll der neue Verein für Pflege und Erhaltung des Hundewaldes sowie die Einhaltung der Regeln sorgen. „Der Hundewald soll, wie der im Oberharz, 24 Stunden durchgehend geöffnet sein.“

Schulen und Kitas haben Priorität

In der Stellungnahme der Stadt äußert sich Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns: „Als überschuldete Stadt kann Lünen beispielsweise für eine Umzäunung oder aber die Reinigung des Areals nicht aufkommen – zumal derzeit andere Projekte wie die Modernisierung von Schulen oder Schaffung von Kita-Plätzen für uns Priorität haben.“

Deshalb begrüße der Verwaltungsvorstand „die Absicht der Ideengeber eines Hundewaldes, einen Verein zu gründen.“ Kleine-Frauns: „Wenn dieser Verein das Projekt, sollte es realisiert werden, aus eigener Kraft stemmt, ist dies ein weiterer Baustein des ehrenamtlichen Engagements.“

 


 

Unsere Redakteurin Beate Rottgart kommentiert das Thema:

Falsches Signal an Ehrenamtliche

Beeindruckend, wie viele Menschen sich innerhalb kürzester Zeit für das Projekt „Hundewald“ engagieren. Die neue Facebook-Gruppe hatte schnell mehr als 300 Mitglieder und über die große Zahl an Interessenten für die Vorstandsarbeit des neu zu gründenden Vereins würde sich so manch anderer Verein sehr freuen.

Solch bürgerschaftliches Engagement ist ein Segen - gerade für eine Stadt wie Lünen mit klammem Haushalt. Aber die Ehrenamtlichen müssen dann auch spüren, dass ihre Arbeit gewürdigt wird. Wenn der Verwaltungsvorstand noch vor der Sitzung eines Ausschusses signalisiert, dass man kein Geld zur Verfügung stellt, ist das sicher das falsche Signal.

Zur Startseite >

Orte

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG