Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Fahrlässige Tötung: Mann starb bei Alkoholfahrt - Lünerin verurteilt

BRAMBAUERIm Lüner Ortsteil Brambauer hatte vergangenen Sommer ein Unfall mit Todesfolge für Aufsehen gesorgt: Eine Lünerin fuhr alkoholisiert mit ihrem Auto vor einen Baum - sie selbst überlebte, aber ihr 54-jähriger Mitfahrer starb. Jetzt musste sich die Fahrerin vor Gericht verantworten - und wurde verurteilt.

Mann starb bei Alkoholfahrt - Lünerin verurteilt
Archivbild der Unfallstelle auf der Waltroper Straße Ecke Brüggeweg in Brambauer. Foto. IDA News

Sie hatte 2,32 Promille Alkohol im Blut und fuhr über 60 km/h schnell: Als eine 39-jährige Lünerin am 25. Juni 2016 mit ihrem VW Polo auf der Waltroper Straße gegen einen Baum prallte, starb ihr 54-jähriger Beifahrer.

Am Freitag musste sich die Frau vor Gericht verantworten: Wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs wurde sie zu zwei Jahren Haft, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Außerdem muss sie 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Ihr Führerschein wird für zwei Jahre und zwei Monate eingezogen.

Zeugen: Man hat ihr den Alkoholkonsum nicht angemerkt

Zu den Vorwürfen wollte sich die Angeklagte nicht selbst äußern. Ihr Verteidiger gab eine Erklärung ab, in der sie die Vorwürfe einräumte. Sie habe im vergangenen Jahr eine schwere Krise durchgemacht. Nach 15 Jahren sei ihre Ehe geschieden worden, die vier Kinder seien beim Vater geblieben.

Drei Zeugen bestätigten übereinstimmend, dass die Frau vor dem Unfall keinerlei Ausfallerscheinungen gezeigt habe, kein Lallen, keinen schwankenden Gang. Man habe ihr den Alkoholkonsum nicht angemerkt.

Angeklagte habe zur Spritztour aufgefordert

Wo sie an jenem Abend getrunken hatte, blieb im Dunkeln. Vor der Garage eines Zeugen hatten mehrere Leute Bier getrunken. Laut Zeuge habe sie nur zwei Flaschen getrunken. Am frühen Morgen habe die Angeklagte laut Zeugenaussage getönt, Nymphomanin und Rennfahrerin zu sein und zu einer Spritztour aufgefordert.

Das spätere Opfer stieg in den Polo der Angeklagten ein - seinem 19-jährigen Sohn habe er verboten mitzufahren, so der Zeuge. Der Zeuge berichtete weiter, er sei zur Straße gelaufen und habe sie noch mit quietschenden Reifen davon fahren sehen. Kurze Zeit später habe man schon die Martinshörner gehört.

18 Bilder
Tödlicher Unfall in Lünen

Betrunkene Fahrerin bat nach Unfall: Keine Polizei rufen

Als erste am Unfallort waren um 4.15 Uhr eine 19-jährige Waltroperin und ihr 26-jähriger Bruder. Er hatte seine Schwester von ihrer Abiturfeier abgeholt. Sie kümmerte sich um die unter Schock stehende Angeklagte, der Bruder um den Schwerverletzten.

Die Angeklagte habe sie gebeten nicht die Polizei zu rufen, weil sie getrunken hätte, sagten beide Zeugen aus. Laut Obduktionsbericht war das Opfer an Herz-Kreislaufversagen nach starken inneren Blutungen gestorben. Der verkehrstechnische Gutachter konnte einen technischen Mangel am Fahrzeug ausschließen. Nach seiner Darstellung hätte die Angeklagte die Kollision mit einer Lenkbewegung nach links verhindern können.

Schon kurz nach dem verheerenden Unfall hatte die Angeklagte der Lebensgefährtin des Opfers einen Brief geschrieben, in dem sie um Verzeihung bat. Den Mut ihn persönlich zu überreichen hatte sie jedoch nicht. Sie übergab den Brief einem Bekannten.

Zur Startseite >

Orte

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Prozessauftakt in Bochum: Mutmaßlicher Uni-Vergewaltiger schweigt vor Gericht

Mutmaßlicher Uni-Vergewaltiger schweigt vor Gericht

BOCHUMNach der Vergewaltigung von zwei chinesischen Studentinnen in Bochum hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Der 32-Jährige soll im vergangenen August und November in der Nähe der Ruhr-Universität über die beiden 22 und 28 Jahre alten Frauen hergefallen sein. Beim Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht äußerte sich der angeklagte Asylbewerber aus dem Irak nicht zu den Vorwürfen.

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG