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Gerichtsprozess: Lüner wegen 60.000 Kinderporno-Bildern verurteilt

LÜNENBei einer Wohnungsdurchsuchung in Lünen sind am 23. November 2015 mehr als 60.000 Dateien mit kinderpornografischen Bildern gefunden worden. Der 56-jährige Bewohner der Wohnung stand am Freitag vor Gericht. Das Urteil fiel nicht so aus, wie von der Staatsanwaltschaft erhofft.

14 Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung - so lautet das Urteil des Richters. Zudem muss sich 56-Jährige einer Therapie unterziehen und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Im März des gleichen Jahres hatte der Angeklagte 103 Dateien aus dem Internet heruntergeladen. So war man ihm wohl auf die Spur gekommen. Auf den Bildern waren pornografische Szenen mit Mädchen im Alter von etwa zehn Jahren zu sehen.

Angeklagter hatte alle Vorwürfe zugegeben

Zu Beginn der Verhandlung gab der Verteidiger eine Erklärung ab, in der sein Mandant alle Vorwürfe einräumte. Sein Mandant habe zwei Jahre unter dem Verfahren leiden müssen, nun wolle er einen Schlussstrich unter die Sache ziehen.
Der Verteidiger versuchte die Datenmengen herunterzuspielen. Sein Mandant habe sogenannte Zip-Dateien heruntergeladen und „entpackt“, so sei die Vielzahl der Bilder zu erklären.

Der Staatsanwalt sah in der Datenmenge nur die Spitze eines Eisberges, die Sache gehe schon über viele Jahre. So habe der Angeklagte vor zehn Jahren die damals zwölfjährige Tochter seiner Lebensgefährtin nackt fotografiert. Als Erklärung gab er an, die Entwicklung des weiblichen Körpers dokumentieren zu wollen.

Staatsanwalt: Hinter jedem Bild steckt das Schicksal eines Kindes

Im Übrigen, so der Staatsanwalt, sei seine angekündigte Therapiebereitschaft wohl ein Lippenbekenntnis gewesen. In zwei Jahren habe er es nicht geschafft, sich um einen Platz zu kümmern. Hinter jedem Bild stecke das Schicksal eines Kindes, kaputtgemacht für sein Leben.

Der Staatsanwalt hatte auf 18 Monate Haft ohne Bewährung plädiert. Das Gericht argumentierte in der Urteilsbegründung, eine erfolgreiche Therapie sei in diesem Fall wichtiger als eine Gefängnisstrafe. 

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Kommentare
  • Miese Prognose
    von ergo-oetken am 08.09.2017 20:09 Uhr

    Mit seinen 56 Jahren schätze ich den Mann im vorliegenden Fall außerdem für die notwendigen Veränderungen als schon viel zu alt ein. Ich befürchte, dass für ihn keine Aussicht auf Veränderung mehr besteht und kann nur hoffen, dass es sich im Umfeld dieses Mannes herum spricht, was mit ihm los ist und die Erwachsenen wachsam und vernünftig genug sind, Kinder vor diesem schwer kranken Verbrecher zu schützen.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen erwachsenen Menschen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  • Viele Täter wiederholen an ihren Opfern, was man ihnen selbst auch einmal angetan hatte
    von ergo-oetken am 08.09.2017 20:08 Uhr

    Viele Täter wiederholen an ihren Opfern, was man ihnen selbst auch einmal angetan hatte
    Oft sind Missbrauchstäter die Söhne psychisch kranker Mütter. Die Parentifizierung, d.h. der Tausch der Rollen zwischen Eltern und Nachwuchs, der sie während der Kindheit ausgesetzt waren, schließt oft auch sexuelle Handlungen mit ein. Das Heucheln, Mitleid erregen wollen, Ausflüchte suchen und das Geloben von Besserung sind Strategien, die die Täter als Kinder im Umgang mit ihren unberechenbaren, übergriffigen und unzuverlässigen Müttern und Vätern entwickelt haben. Die Folgen solcher Kindheitstraumata und psychischen Deformierungen sind therapeutisch behandelbar. Aber dazu muss der von seinen Eltern beschädigte Mensch den Mut aufbringen, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Und den haben Missbrauchstäter nicht, denn sonst würden sie sich gar nicht erst an Kindern vergehen.

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