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Trotz Ruhestand: Ehemalige Schulleiterin engagiert in Lüner Schule

LünenIhr Herz hängt an der Lüner Viktoriaschule. Dort ist Iris Streich jede Woche, obwohl die ehemalige Schulleiterin schon seit sechs Jahren ihren Ruhestand genießt. Weil sie weiß, dass es großen Bedarf vor allem außerhalb des Unterrichts gibt, begeistert sie am Nachmittag die Kinder für Schattenspiele.

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  • Ehemalige Schulleiterin engagiert in Lüner Schule
    Mit dem Förderverein der Stadtbücherei vermittelt Iris Streich Lesepaten an Kitas und Senioreneinrichtungen - gerne liest sie den Kleinen auch selbst vor. Eva-Maria Spiller

„Kein Druck, keine Zensur, es soll etwas Schönes für sie sein“, sagt Iris Streich. So basteln sie Figuren an Stöckchen, einige lesen aus Grimms Märchen, andere bewegen die Puppen und wieder andere machen Musik dazu. „Rotkäppchen oder Schneewittchen kennen auch Kinder aus anderen Kulturen.“

Es gibt viel Beifall, wenn die Schattenspieler zweimal im Jahr die ersten und zweiten Schuljahre zur Aufführung einladen. „Ich dachte neulich, das lässt du jetzt mal sein“, schildert Iris Streich. Doch dann hätten die Kinder nachgefragt und sich wieder anmelden wollen. Also geht es nach den Ferien weiter mit dem Spiel vor der weißen Leinwand.

Sechs Jahre nachdem sie in den Ruhestand ging

Iris Streich war gerne im Schuldienst, auch in der Leitungsfunktion. Doch jetzt genießt sie, einfach mehr Freiräume zu haben. Während die Schulleiterin früher immer viele Termine auf dem Zettel hatte, kann die Pensionärin heute selbst bestimmen, wofür sie ihre Zeit einsetzt.

Iris Streich ist es eine besondere Freude, die Liebe zu Büchern und Musik zu wecken. Vor allem bei Kindern, die durch das Elternhaus keinen Zugang dazu haben. Die 68-Jährige ist Schriftführerin im Förderverein der Stadtbücherei. Der vermittelt Lesepaten an Kitas und Senioreneinrichtungen. In der Kita Marktgasse liest Iris Streich den Kleinen vor. „Es ist so niedlich, wenn die Kinder schon auf mich zukommen.“

Auch das Musizieren möchte sie den Kindern näher bringen

Im Förderkreis der Musikschule engagierte sie sich schon zu beruflich aktiven Zeiten. „Wir waren als erste Schule bei Jeki dabei.“ Jeki ist das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“. „Es ist doch schön, Kinder an Musik heranzuführen, damit sie nicht nur CDs einlegen.“

Iris Streich ist selbst bestes Beispiel dafür, wie Musik das Leben bereichert. Mit 66 Jahren hat sie das Saxophonspielen begonnen und nimmt Unterricht an der Musikschule. „Das macht mir viel Freude.“ Zudem singt die bei den Schapp-O-Klax, einer a-capella-Gruppe unter Leitung von Musikschullehrerin Monika Bergmann.

Wer Iris Streich zuhört, könnte meinen, ihr Tag habe mehr als 24 Stunden. Sie reist gerne und freut sich, wenn ihre Enkelin und die Enkel ihres Partners da sind. „Man schaut ganz anders hin“, sagt die Mutter eines Sohnes und einer Tochter. Sie war immer berufstätig, ohne Elternzeit.

Rückblickend stellt sie fest: „Ich fand jeden Lebensabschnitt schön.“ Am Ruhestand gefällt ihr das Leben ohne Druck. In ihrer freien Zeit auch etwas für andere zu tun, ist ihr wichtig. „Es gibt einem selbst ganz viel.“

Deshalb wird sie auch weiterhin in der Viktoriaschule für märchenhafte Momente sorgen.

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