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Weltrekordversuch führt durch Lünen: Dieser Mann pilgert 2100 Kilometer ohne Schuhe

WETHMAREin Mann auf der Jagd nach dem Weltrekord: Aldo Berti ist Barfußpilger, seit Ende Mai wandert er auf dem Jakobsweg. Sein Ziel: 2100 Kilometer in 85 Tagen - ohne Schuhe. Die Zeit sitzt ihm im Nacken - wird er den Rekord knacken? In Lünen am Cappenberger See hat er uns von seiner Reise berichtet und verraten, warum er immer Sekundenkleber dabei hat.

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  • Dieser Mann pilgert 2100 Kilometer ohne Schuhe
    Etappenziel Jugendherberge Cappenberger See. Mit seiner Begleiterin für eine Etappe, Margret Flatten aus dem Rheinland, freut sich Aldo Berti, dass er am Montag einen weiteren Teil seines Weltrekord-Versuchs geschafft hat. Foto: Beate Rottgardt

85 Tage, zwölf Wochen, 2100 Kilometer – nach dieser Formel ist Aldo Berti seit Ende Mai als Barfußpilger auf Strecken des Jakobswegs unterwegs. Am Montag hat er Zwischenstation in der Jugendherberge am Cappenberger See in Lünen gemacht, bevor es am Dienstagmorgen nach Dortmund weiter ging.

Die letzten Meter bis zum Etappenziel fallen dem 53-Jährigen am Montag sichtlich schwer. Ganz vorsichtig macht er die Schritte, schaut nach unten auf den unebenen Weg, um zu vermeiden, in Steinchen oder Splitter zu treten. An seiner Seite – mit Schuhen – Margret Flatten, eine gute Freundin, die mit ihrer Familie im Rheinland wohnt und die Chance auf ein Wiedersehen mit Berti nutzte. „Ich hab ihn auf der Etappe von Ascheberg bis Lünen begleitet und finde es wirklich beeindruckend, was er da macht“, so Margret Flatten.

Drei Monate hat sich der selbstständige Psychotherapeut freigeschaufelt, um sein Ziel – den neuen Weltrekord im Barfußwandern – zu erreichen. Ein Bahnangestellter aus Deutschland hatte 1488 Kilometer in 100 Tagen geschafft. Berti setzte sich das Ziel, 1800 Kilometer in 85 Tagen zu laufen. Kurz vor dem Start kam dann eine Nachricht des Guinness-Verlages. „Ein Ire ist 2016 2080 Kilometer in 104 Tagen rund um Irland gelaufen. Also musste ich die ausgearbeitete Route um 300 Kilometer erweitern.“

Aus Ruhetagen wurden nun auch Lauftage. Und er hat noch eine Woche Puffer eingebaut. „Wenn ich die 2100 Kilometer bis zum 20. August nicht schaffe, habe ich noch eine Woche Zeit, um die restlichen Kilometer zu schaffen.“

Freunde und Bekannte begleiten Aldo Berti manchmal

Seine Familie, die in Villingen-Schwenningen lebt, steht voll hinter ihm und hält auch telefonisch Kontakt mit dem gebürtigen Bremer. Ab und zu läuft auch ein Freund oder Bekannter mit ihm eine Etappe mit, so wie Margret Flatten. Auch der NDR war zwei Tage mit dabei, der SWR hat sich auch für eine Tagesetappe angesagt.

Im Gepäck hat er Sekundenkleber – der Tipp eines Zahntechnikers. „Unter den Füßen hält kein Pflaster und wenn ich doch eine blutende Wunde habe, kleb' ich Sekundenkleber drauf und sie ist verschlossen und vor Bakterien geschützt.“ Bei einem Splitter half das nicht. Ein Arzt schaute es sich an, schlug aber vor, man müsse den Fuß aufschneiden, um an den Splitter zu kommen. Damit wäre jedoch die Rekord-Barfußwanderung vorbei gewesen. Der Splitter ist bis heute im Fuß.

Im 14 Kilo schweren Rucksack finden sich Klamotten, eine ganz dunkle Bitterschokolade „für den Notfall“, manchmal ein Müsliriegel – aber keine Schuhe. „Es kann ja sein, dass jemand vom Guinness-Buch mal den Rucksack kontrolliert, also hab ich auch kein Paar für den Notfall dabei.“ Zumal er eigentlich gar nicht mehr richtig mit Schuhen laufen kann. Als Vorbereitung für die Rekord-Tour ist er seit Anfang 2016 „fast ausschließlich barfuß gelaufen“. Als er vor dem Start in Venedig war, trug er dann doch Schuhe: „Aber ich hab mich nach einer halben Stunde gefühlt wie in einer Art Zwangsjacke an den Füßen.“

Am Dienstag wandert Berti nach Dortmund

Viele Menschen unterstützen Berti, auch die Chefin der Lüner Jugendherberge, Bettina Tröster, die ihm Übernachtung und Frühstück sponsert. Für den guten Zweck, denn Berti sammelt Spenden für drei Organisationen, die in Deutschland Kindern helfen. 927 Kilometer hat er schon geschafft, am Dienstag wandert Berti weiter nach Dortmund.

Das ist der Zeitplan des Barfußpilgers
-Am 28. Mai startete Aldo Berti in Sassnitz auf der Insel Rügen.
-Am 20. August will er bei der „Schwarzen Madonna“ im Kloster Einsiedeln in der Schweiz ankommen.
-Wenn er es schafft wie geplant, hat er den Weltrekord in der Tasche.
-Spenden auf das Konto Aldo Berti Consulting, IBAN: DE19 6944 0007 0159 9125 00 BIC: COBADEFFXXX, Verwendungszweck: Name des Spenders, Charity-Pilgertour
-Mehr Informationen zu Aldo Berti lesen Sie unter www.barfussweltrekord.aldo-berti.de

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