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Informationsabend: Geplante Zeelink-Gasleitung stößt auf Kritik

SchermbeckViele Bedenken zur geplanten Erdgasleitung „Zeelink“ äußerten Besucher, vor allem Landwirte, bei der zweiten Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Begegnungszentrum.

Geplante Zeelink-Gasleitung stößt auf Kritik
Als die geplante Erdgasleitung "Zeelink" von Mitarbeitern Firma "Open Grid Europe GmbH" vorgestellt wurde, reagierten die Landwirte mit Kritik an der Trassenführung. Foto: Helmut Scheffler

Zunächst protestierte der Schermbecker Ortslandwirt Rainer Kremer: Die Stuhlreihen, die am Morgen aufgestellt worden waren, hatten Mitarbeiter der Firma „Open Grid Europe“ entfernt. Man wolle in Kleingruppen an Tafeln mit Anschauungsmaterialien informieren. Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss: Nach 45-minütigen Gesprächen in Kleingruppen ging es mit der Fragestunde im Plenum weiter.

215 Kilometer

Wie berichtet soll die 1,20 Meter dicke Leitung auf dem Weg von Aachen nach Legden eine Länge von 215 Kilometern aufweisen. In Betrieb soll sie am 31. März 2021 genommen werden. Drei Trassen sind möglich, die favorisierte berührt Drevenack, Schermbeck und Raesfeld. Von dort kamen fast alle Besucher der Infoveranstaltung. Sobald die Trasse festliegt, werden Verhandlungen mit Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern geführt.
Genehmigt ist bisher keine Trasse – das Raumordnungsverfahren beginnt im kommenden Monat. Für die Prüfung der Raumverträglichkeit des Abschnitts im Kreis Wesel ist die Bezirksregierung Münster zuständig. Behörden, Kommunen und Träger öffentlicher Belange können das Projekt bewerten.

Der Drevenacker Arndt Terstegen warnte vor einer Gasleitung in der Nähe von Siedlungen und hinterfragte das Sicherheitskonzept. „Ein gewachsener Boden wird nach der Verlegung der Leitung nie wieder ein gewachsener Boden sein“, sagte der Wachtenbrinker Landwirt Dieter Sondermann.

Druck auf den Gesetzgeber ausüben

Der Dämmerwalder Landwirt Hermann Nienhaus machte am Beispiel einer in den 1950er-Jahren im Dämmerwald verlegten Ölleitung deutlich, wie schlecht die Kommunikation mit dem Betreiber bereits nach wenigen Jahren bei Beeinträchtigungen des Bodens gewesen sei. Mehrere Besucher monierten, dass staatliche Flächen in der Lippeaue und im Dämmerwald geschont würden, während man Land von Privatpersonen belaste. Landwirt Dirk Buchmann rief zu mehr Druck auf den Gesetzgeber auf. Bürgermeister Mike Rexforth bat die Ortslandwirte aus Schermbeck, Drevenack und Raesfeld, sämtliche Bedenken bei der Verwaltung einzureichen, damit sie in die gemeindliche Bewertung des Projektes einfließen können. 

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