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Etwa 100 Jugendliche betroffen: Garenfeld schließt: Abiturientin sucht neue Schule

SCHWERTEGina Kohlmann (17) aus Westhofen muss sich mitten in der Oberstufe eine neue Schule suchen. Sie ist nur eine von etwa 100 Jugendlichen, denen es genauso geht. Der Grund: Das Gymnasium Garenfeld schließt. Uns hat der Vater der Schülerin erzählt, wie es jetzt weitergeht - und warum seine Tochter auf eine Schule außerhalb Schwertes wechseln soll.

Garenfeld schließt: Abiturientin sucht neue Schule
Das traditionsreiche Gymnasium Garenfeld schließt. Arhcivfoto: Reinhard Schmitz

Die Abiturprüfung im nächsten Jahr kommt immer näher. Eigentlich schon aufregend genug für eine Oberstufenschülerin. Aber Gina Kohlmann (17) muss sich vorher auch noch eine neue Schule suchen. Die Westhofenerin ist eine von rund 100 Jugendlichen, die von der Schließung des Gymnasiums Garenfeld im Sommer betroffen sind.

Hinter den Kulissen haben sich die Familien schon organisiert, um nach Alternativen zu suchen, berichtet ihr Vater Jürgen Kohlmann: „Die Absprache unter den Eltern ist hervorragend.“ Auch hinsichtlich von Fahrgemeinschaften zu den neuen Schulen in der Umgebung.

Für Gina Kohlmann, eine talentierte und erfolgreiche Handballerin, soll der Weg wieder zu einem Privatgymnasium führen. In Betracht ziehen die Familie das Gymnasium am Seilersee in Iserlohn oder das Privatgymnasium Stadtkrone (PGS) auf dem ADAC-Gelände in Dortmund. „Die reißen sich beide darum“, sagt Jürgen Kohlmann. Iserlohn habe sogar angeboten, einen Spanischkurs für die neuen Schüler aufzubauen, wenn es wegen der Fächer-Spezialisierung notwendig wäre.

Keine guten Erfahrungen am Friedrich-Bährens-Gymnasium gemacht

Warum aber zieht es eine begeisterte Sportlerin nicht zum Friedrich-Bährens-Gymnasium (FBG), das mit Sportklassen wirbt? Dort habe Gina Kohlmann keine guten Erfahrungen gemacht, als sie von der achten zur neunten Klasse schon einmal von Garenfeld auf die Schule an der Ostberger Straße gewechselt sei, erzählt ihr Vater. Offen sagt er, dass bei der Überlegung auch finanzielle Gründe mitspielten. Der Unterrichtsbesuch in Garenfeld koste derzeit 595 Euro im Monat, wovon allerdings ein Drittel steuerlich absetzbar sei.

Besonders wichtig war aber, dass Gina Kohlmann ihren sportlichen Weg im Handball fortsetzen konnte. Mit der A- und B-Jugend der HSG sammelte sie Erfolge, heute spielt sie in der Damen-Oberliga in Unna-Königsborn. Der damalige FBG-Schulleiter – so berichtet ihr Vater – habe Unterstützung zugesagt. Doch schon nach vier Wochen hätten Fachlehrer sie aufgefordert, mit dem Sport aufzuhören: „Vom FBG bin ich wahnsinnig enttäuscht.“

Lohmann engagierte sich als Schülersprecherin

Die Konsequenz: Gina Kohlmann wechselte zur zehnten Klasse wieder nach Garenfeld zurück. „Es ist wahnsinnig toll da oben“, sagt ihr Vater: „Wir sind voll des Lobes über Garenfeld.“ Seine Tochter engagierte sich dort sogar als Schülersprecherin. Für ihren weiteren Weg zum Abitur ist Jürgen Kohlmann nicht bange. Trotz des bevorstehenden Schulwechsels. „Ich glaube, wir bekommen es hin“, erklärt er voller Zuversicht. Drei Probetage am PSG habe die Handballerin schon absolviert: „Alles hervorragend.“

Alles Gute wünscht Jürgen Kohlmann aber auch den Angestellten des Gymnasiums Garenfeld – Hausmeister, Sekretärin und Reinigungskräften: „Ich hoffe, dass sie einen guten neuen Arbeitsplatz erhalten werden.“

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Kommentare
  • Realistisch bleiben
    von motte am 15.03.2017 15:00 Uhr

    ohne den Erfolg schmälern zu wollen, Oberliga ist die 4. Liga. Die Eltern wären gut beraten, sich primär um die schulischen Leistungen zu kümmern. Die wirklichen Talente in dem Alter sind schon längst von den großen Vereinen abgegriffen worden und werden in Sportinternaten unterrichtet, wo man Leistungssport und Schule unter einen Hut bekommt. Im Damenhandball wird man kein Geld verdienen können, eine schlimme Verletzung und der Traum ist aus. Die Träumerei von Eltern dass ihre Kinder große Stars werden wurde oft gelebt, in den seltesten Fällen wurden sie Realität

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