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Braunes Blätterkleid: Miniermotte plagt Kastanien im Werner Stadtgebiet

WERNEAlle Jahre wieder färben sich mitten im Sommer die Kastanien braun - auch im Werner Stadtpark. Schuld daran ist auch dieses Mal die Miniermotte, deren kleine Larven sich ausgerechnet Kastanienblätter auf den Speiseplan gesetzt haben.

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  • Miniermotte plagt Kastanien im Werner Stadtgebiet
    Während die anderen Baumarten am Stadtsee noch im üppigen Sommergrün stehen, haben die Kastanien Anfang August bereits die braune Herbstfärbung angenommen. Schuld ist eine kleine Larve. Foto: Jörg Heckenkamp

Wie der Zünsler dem Buchsbaum, so die Motte der Kastanie: Zwischen den Blattadern höhlt das kleine Tierchen das Innere des Blattes aus, verpuppt sich dann und startet als winzige Motte den Paarungsflug. Zurück bleiben Bäume, die ein unansehnliches braunes Trauerkleid tragen.

„Jedes mal im Sommer ist es wieder soweit“

Auch Ludwig Holzbeck, Leiter des Fachbereichs Natur und Umwelt beim Kreis Unna, kennt sich mit den winzigen Schädlingen aus. Denn die Motte ist in fast jedem August ein Ärgernis. „Jedes mal im Sommer ist es wieder soweit“, sagt er resigniert.

Vor allem wenn mehrere Bäume gleichzeitig befallen seien, könne man vom Werk der Miniermotte ausgehen. „Momentan ist mir keine andere Krankheit bei Kastanienbäumen mit den gleichen Symptomen bekannt“, sagt der Experte.

Aussichtsloser Kampf gegen den Buchsbaumzünsler 

Ein entscheidender Unterschied besteht allerdings zwischen dem Buchsbaumzünsler und den kleinen Minier-Plagegeistern: Während man beim Zünsler seinen Buchsbaum getrost abschreiben und in die Tonne stecken kann, kommen die Bäume mit den Folgen des Mottenbefalls eigentlich zurecht. „Das schwächt sie wohl, aber sie werden im nächsten Jahr wieder frisch austreiben“, erklärt Holzbeck.

Das kann auch Gisbert Bensch von der Stadt Werne bestätigen. „Wir nehmen den Baum nicht weg, es besteht da keine Gefahr. Das ist eben seit etlichen Jahren so, überall im Stadtgebiet sind die Bäume befallen.“ Wie man die Larven loswerden kann? „Das müssen Sie mir mal verraten“, sagt Bensch – der übrigens im eigenen Garten gerade den aussichtslosen Kampf gegen den Buchsbaumzünsler kämpft.

Kastanien stehen nicht mehr hoch im Kurs

Mit Spritzmitteln kann man den Mottenlarven nämlich nicht zu Leibe rücken – zu hoch sind die Nebenwirkungen. Um den Baum zu schützen, kann man höchstens das befallene Laub wegräumen, damit die Puppen nicht darin überwintern können.

Ludwig Holzbeck rät außerdem dazu, rot blühende Kastanien zu pflanzen. Die Motte suche sich nur die weiß blühenden, sagt der Experte. „Kastanien stehen bei Neuanpflanzungen sowieso nicht mehr so hoch im Kurs“, sagt Bensch. Denn für die hoch wachsenden Bäume mit ihrer ausladenden Krone und den dicken Stämmen gebe es im modernen Stadtgebiet kaum noch Platz. „Spitzahorn und Co., die verkraften auch das Stadtklima viel besser“, sagt Gisbert Bensch.

Bleibt nur zu hoffen, dass aus den asiatischen Gebieten nicht in den nächsten Jahren hungrige Spitzahorn-Zünsler oder Spitzahorn-Miniermotten in Werne angeflattert kommen…

Kaum natürliche Fressfeinde
- Im Jahr 1984 wurde die Kastanienminiermotte erstmals in Mazedonien entdeckt. Sie breitete sich von dort in den 1990er-Jahren rasant aus.
- Da sie kaum natürliche Fressfeinde haben, verbreiten sich die Motten und Larven ungehindert.
- Ihren Namen verdankt die Miniermotte den Fraßgängen („Minen“), die die Larven in die Blätter treiben. Dadurch verfärben sich die Blätter schon im Hochsommer braun.
- Die Miniermotte bildet meist drei aufeinanderfolgende Generationen pro Jahr. Die letzte Generation der Puppen überwintert in den abgefallenen Blättern des Baumes.

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